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Was ist Ozon?
Ozon ist natürlicher Bestandteil der Luft. Es entsteht, wenn die UV-C Strahlung des Sonnenlichts in der Stratosphäre auf Sauerstoffmoleküle (O²) trifft und diese in Sauerstoffatome (O) spaltet. Die Sauerstoffatome (O) schließen sich wiederum Sauerstoffmolekülen (O²) an. Es ist Ozon (O³) entstanden.
In der Atmosphäre kann Ozon auch noch auf andere Weise entstehen. Wir alle haben schon von Smog und der damit einhergehenden Ozonbelastung gehört. In Erdnähe bildet sich Ozon aus einer Reaktion zwischen Stickstoffdioxid NO² (meistens Auto- oder Industrieabgase) und Sauerstoff O² unter dem Einfluss von UV-Strahlung.
Bei Gewittern erzeugen Blitze durch elektrische Entladung Ozon.
Je nach Entstehungsart des Ozons haben wir es mit unterschiedlichen Auswirkungen zu tun. Maßgeblich sind neben der Ozonkonzentration die bei der Reaktion entstehenden, giftigen Rückstände. Hier liegt für uns der große Unterschied zwischen dem nützlichen, hilfreichen und dem ungewollten, gesundheitsschädlichen Ozon. In der Stratosphäre entstehendes Ozon reagiert ohne Rückstände und ist das wichtigste Instrument der Natur zur Reinigung der Atmosphäre. Durch Smog erzeugtes Ozon bildet in der Reaktion mit Stickstoffmonoxid giftige Stickoxidrückstände. Diese sind in Kombination mit der bestehenden hohen (durch Smog entstandenen) Ozonkonzentration gesundheitsgefährdend.
Auch durch mechanisch erzeugte elektrische Entladungen entsteht Ozon. Beispielweise beim Schweißen oder Kopieren. Unerwünschtes Nebenprodukt ist hierbei wieder Stickstoffoxid.
Ozon ab einer Konzentration von 40µ/m³ wird als stechend und übelriechend empfunden. Passend daher auch der Name, der sich von dem griechischen Wort "Ozein" (riechen) ableitet.
Wie schon erwähnt, ist Ozon in großer Konzentration schädlich für den Menschen. Als gesundsheitsgefährdend wird ein Wert ab 360µg/m³, gemäß EU- Richtlinie, angesehen.
Wie funktioniert Ozon?
Ozon wird auch als Aktivsauerstoff bezeichnet. Es neigt zu Reaktionen mit anderen Substanzen, indem es das dritte Sauerstoffatom an die Substanz heftet und sie dabei oxidiert. Das Ozon (O³) verliert ein Sauerstoffatom (O) und übrig bleibt ein Sauerstoffmolekül (O²). Substanzen wie z.B. Nikotin, Bakterien, Viren, Pilze und Geruchsmoleküle werden so inaktiviert bzw. vernichtet.
Ozon in der Geschichte
Kontolliert setzt der Mensch Ozon seit mehr als hundert Jahren ein und macht sich seine Reaktionsfreudigkeit mit organischen und anorganischen Substanzen zu nutze. Die erste technische Apparatur zur Erzeugung von Ozon wurde 1857 von Werner von Siemens gebaut.
Die Wirksamkeit von Ozon geriet über die Jahrzehnte in Vergessenheit. Immer neue Chemische Wunderwaffen überfluteten den Markt und wurden der Bevölkerung als das Non plus ultra verkauft. Chemie wurde als Lösung für jedes Problem betrachtet.
Antibiotika starteten ihren Siegeszug rund um die Welt und endlich war die Menschheit in der Lage, bakterielle Epidemien wirkungsvoll zu bekämpfen. Ozon wurde nur noch in der Industrie und zur Trinkwasseraufbereitung verwendet, wenn es um Gerüche und Bakterien ging.
Chemische Desinfektionsmittel werden inzwischen differenzierter betrachtet. Viele Keime erweisen sich als resistent gegenüber der Chemiekeule. Auch die Gefahr gesundheitlicher Schäden, die mit der Anwendung einhergeht, schrecken immer mehr Menschen ab. Die Umweltbelastung ist ebenfalls ein wichtiger, zu beachtender Faktor.
Seit einiger Zeit findet ein Umdenken in der Bevölkerung statt. Sie ist kritischer geworden und umweltfreundliche, verträgliche Alternativen zur Chemie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Im Zuge dieser Entwicklung erlebt Ozon eine Renaissance und man besinnt sich wieder seiner Wirksamkeit im Kampf gegen Mikroorganismen und unangenehme Gerüche.
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